News article on Craemer plastic products in a magazine
Aktuelle News

24.09.2026

Craemer liefert Zuverlässigkeit in Serie

Servo-Presse mit Presskräften bis zu 25.000 Kilonewton

Servo-Presse mit Presskräften bis zu 25.000 Kilonewton am Standort Herzebrock-Clarholz. Foto: Craemer Gruppe

Der Craemer-Standort Attendorn ist auf Gurtsystemkomponenten sowie Beschlags- und Verbindungselemente für Sitzstrukturen spezialisiert. Im Uhrzeigersinn ab oben links: Bauteil mit Einpresshülse für die Sitzhöhenverstellung, KTL-beschichtetes Verstellteil für einen Gurthöhenversteller, Adapterplatte für einen Sitzhöhenversteller sowie beschichtete Gurtumlenker-Baugruppe mit Anbauteil und Befestigungsmutter. Foto: Craemer Gruppe

800-Tonnen-Servopresse mit hochdynamischen Transfersystem bei Craemer im Werk Attendorn. Foto: Nidec Arisa

Eigener Werkzeugbau am Hauptsitz der Craemer Gruppe in Herzebrock-Clarholz. Foto: Craemer Gruppe

Das Stammwerk in Herzebrock-Clarholz. Foto: Craemer Gruppe

Die Automobilindustrie verlangt von ihren Zulieferern leichtere Bauteile, wettbewerbsfähige Kosten und resiliente Lieferketten. Craemer begegnet diesen Anforderungen mit einem breiten Werkstoffspektrum, moderner Servo-Pressentechnik und einer hohen Fertigungstiefe. Als etablierter Tier-1- und Tier-2-Lieferant verbindet die Unternehmensgruppe mehr als 100 Jahre Metallkompetenz mit der Entwicklung und Großserienfertigung anspruchsvoller Automobilkomponenten.

Craemer wurde 1912 als Metallwerk gegründet und hat sich seit den 1980er-Jahren als Automobilzulieferer etabliert. Heute bietet das familiengeführte Unternehmen Full-Service-Blechumformung mit hoher Fertigungstiefe. Mit seinem Ansatz „Alles aus einer Hand“ ist Craemer auch über die Automobilindustrie hinaus ein gefragter Zulieferer, beispielsweise für Metallkomponenten in der Hausgeräteindustrie.

Am Stammstandort Herzebrock-Clarholz sind Bauteilentwicklung, Simulation, Konstruktion, Werkzeugbau und Großserienfertigung eng miteinander verzahnt. Hier entstehen komplexe Transfer- und Folgeverbundwerkzeuge sowie großflächige Umformteile und einbaufertige Baugruppen. Weitere Metallstandorte betreibt Craemer seit 1997 im slowakischen Liptovský Mikuláš sowie seit 2015 im sauerländischen Attendorn.

Eigener Werkzeugbau schafft Prozesssicherheit

Bei Craemer beginnt die Überführung anspruchsvoller Werkstoffe in die Serienfertigung mit der fertigungsgerechten Bauteilauslegung. Machbarkeitsanalysen und Simulationen zeigen frühzeitig, wie sich Geometrie, Material und Toleranzen auf Ziehfolge, Rückfederung und Bauteildicke auswirken. Auf dieser Grundlage entwickeln Konstruktion und Werkzeugbau die anwendungsgerechten Transfer- oder Folgeverbundwerkzeuge. Je nach Anwendung entstehen Werkzeuge in Kompakt- oder Modulbauweise sowie als Guss- oder Plattenkonstruktion mit Längen von bis zu acht Metern.

Breites Fertigungsspektrum bis zur Baugruppe

Craemer produziert auf Pressen mit Presskräften von 3.150 bis 25.000 Kilonewton und Tischlängen von 3.000 bis 8.000 Millimetern. Neben Stahl und verzinkten Blechen verarbeitet das Unternehmen Edelstahl und Aluminium. Die mit Servo-Direktantrieben ausgestatteten Pressen ermöglichen es, Stößelbewegung und -geschwindigkeit präzise auf den jeweiligen Umformprozess abzustimmen. Nachgelagerte Fügeverfahren wie MAG- und Buckelschweißen sowie Clinchen erweitern das Leistungsspektrum. Hinzu kommen Verfahren zur Oberflächenbearbeitung, darunter Waschen, KTL- und Pulverbeschichten sowie Verzinken. Damit reicht das Angebot vom einzelnen Umformteil bis zur einbaufertigen Baugruppe.

Vorteile durch geschlossene Prozessketten

Die eigenen Presswerke liefern fortlaufend Erkenntnisse über Materialführung, Werkzeugverschleiß, Prozessabweichungen und Bauteilqualität. Diese Erfahrungen fließen unmittelbar in die Werkzeugentwicklung und Prozessoptimierung ein. So werden die Werkzeuge konsequent auf eine stabile, langlebige und wirtschaftliche Serienfertigung ausgerichtet. Eine präventive Werkzeuginstandhaltung im Dreischichtbetrieb unterstützt kurze Reaktionszeiten und eine hohe Verfügbarkeit.

Hochfeste Stähle verbinden Leichtbau und Sicherheit

Hoch- und ultrahochfeste Stähle spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Werkstoffspektrum. Im Fahrzeugbau verbinden sie hohe mechanische Belastbarkeit mit geringeren Blechdicken. Bei Sitzstrukturen, Rückhaltesystemen und anderen strukturrelevanten Bauteilen lässt sich dadurch Gewicht reduzieren, ohne die geforderte Festigkeit zu beeinträchtigen.

Die Verarbeitung dieser Werkstoffe ist allerdings mit besonderen Anforderungen verbunden, darunter höhere Umformkräfte und eine stärkere Beanspruchung der Werkzeuge. Auch Rückfederung, Kantenqualität, Beschnitt und Maßhaltigkeit müssen innerhalb enger Prozessfenster zuverlässig beherrscht werden.

Craemer verfügt über die erforderliche Prozesskompetenz und verarbeitet hoch- und ultrahochfeste Stähle in Materialstärken 0,4 – 4 Millimeter. Dafür setzt das Unternehmen auf eine durchgängige technische Prozesskette, die von der Tiefziehsimulation über die werkstoffgerechte Methodenplanung und den eigenen Werkzeugbau bis zu präzise steuerbaren Servo-Pressen reicht.

Grüner Stahl unterstützt die Dekarbonisierung der Lieferkette

Neben den technischen Eigenschaften gewinnen auch Herkunft und Herstellungsverfahren des eingesetzten Stahls an Bedeutung. Ein erheblicher Teil des CO₂-Fußabdrucks eines Umformteils entsteht bereits vor dem Presswerk bei der Stahlerzeugung. Daher bietet Craemer seinen Kunden die Möglichkeit, den zertifiziert kohlenstoffneutralen Stahl Arvzero zu verarbeiten. Das Material stammt vom italienischen Stahlhersteller Acciaieria Arvedi, mit dem Craemer eine entsprechende Kooperation vereinbart hat. Der Hersteller setzt ausgewählten recycelten Schrott ein und nutzt einen besonders effizienten Elektroofen, der mit zertifizierter erneuerbarer Energie betrieben wird.

Fertigungstiefe mit messbarem Kundennutzen

Für Automotive-Kunden entsteht der Vorteil aus der engen Verbindung der unterschiedlichen Kompetenzen. Weniger Schnittstellen vereinfachen die Projektsteuerung und das Änderungsmanagement, während Erkenntnisse aus der Serienproduktion unmittelbar in die Optimierung von Werkzeug und Prozess einfließen. Herstellbarkeit, Werkzeugkosten, Korrekturschleifen, Anlaufaufwand, Prozessfähigkeit, Taktzeit und Lieferfähigkeit lassen sich über die gesamte Prozesskette hinweg betrachten. Damit wird die hohe Fertigungstiefe zu einem technisch wie kaufmännisch nachvollziehbaren Vorteil.

Der automatisierte Materialfluss und die Rückverfolgbarkeit bis zur einzelnen Packeinheit beziehen auch die Anforderungen der Lieferlogistik in die durchgängige Prozesskette ein. Craemer positioniert sich damit als Komplettlösungsanbieter, der Werkstoffinnovationen in wirtschaftliche, prozesssichere und belastbare Serienkonzepte überführt.

Besuchen Sie Craemer auf der Internationalen Zuliefererbörse (IZB) | Wolfsburg  (27.10 – 29.10.2026), Halle 5, Stand 5104-3.