Technische Ausbildungsberufe zum Erproben

Schauten bei Craemer gespannt der CNC-Maschine zu und ließen sich allerhand Wissenswertes dazu erklären: (v.l.) Andre Thüte, Nils Tödheide, Jakob Landwehr, Dennis Becker, Jannis Liebing sowie Thomas Driftschröer. (Bild: Petermeier)

Herzebrock-Clarholz (kap). Der Zukunft ein Stück näher kommen und einen Beruf austesten: Dazu hatten im Rahmen der Berufsoffensive für Ingenieure (Bingo) kürzlich 20 Interessierte der Herzebrocker Von-Zumbusch-Realschule im Unternehmen Craemer für Metallumformung, Werkzeugbau und Kunststoffverarbeitung die Möglichkeit. Die Ausbildungsberufe wurden dabei vorgestellt.

 

 

Initiator der Aktion war der Pro Wirtschaft GT. Bereits im siebten Jahr besuchen Neuntklässler der Realschule das Unternehmen. Diesmal erhielten sie in vier Abteilungen Einblick in die praktische Arbeit eines Werkzeugmechanikers.

 

 

Nach einer Einführung in den Betrieb durften sie jeweils 30 Minuten an den Stationen aktiv werden. Angeleitet wurden sie dabei von den Craemer-Auszubildenen. "Sie bekommen die Informationen aus erster Hand von fast Gleichaltrigen. Das kommt besonders gut an, denn sie sprechen dieselbe Sprache", sagte Realschullehrerin Ulrike Thomas-Groh. Sie ist an der Schule für die Berufsorientierung zuständig.

 

 

So lernten die Schüler die automatische Steuerung von Maschinen kennen. Mit Hilfe von Simulationsprogrammen erhielten die baldigen Berufseinsteiger einen ersten Einblick in die Pneumatik und die CNC-Technik. Auch grundlegende Informationen durften nicht fehlen: Wie wird ein Berichtsheft geführt? Wie läuft der theoretische Unterricht während der Ausbildung ab? Auf zahlreiche Fragen erhielten die Schüler Antworten.

 

 

Zur gleichen Zeit beschäftigten sich andere schon mit der CNC-Maschine, an der nun praktisch umgesetzt werden konnte, was zuvor als Simulation geübt worden war. Zuvor ausgestanzte Flaschenöffner galt es mit dem Craemerlogo zu gravieren. Sie durften anschließend mit nach Hause genommen werden.

 

 

Geschicklichkeit unter Zeitdruck mussten die Jugendlichen bei verschiedenen kleinen Sortierspielen unter Beweis stellen. Dabei wurden das technische Verständnis und Augenmaß auf den Prüfstand gestellt. Das Biegen von Draht nach vorgegebenen Mustern wurde ebenfalls ausprobiert. Konzentriert arbeiteten die Schüler für ein gutes Ergebnis. "Wir wollen vor allem das Interesse der Jugendlichen an der Technik fördern", stellte Personalleiter Bernhard Goldbeck heraus.

 

 

Ulrike Thomas-Groh ist begeistert von der bestehenden Kooperation zwischen dem Betrieb und der Schule. Sie sieht einen wesentlichen Bestandteil im Rahmen der Berufsorientierung darin: "Man trifft immer wieder ehemalige Schüler, die ihre Ausbildung bei Craemer begonnen haben." Pascal Müller könnte sich eine Ausbildung im Bereich der Frästechnik vorstellen: "Es ist spannend zu sehen, wie man alles macht und wie die Arbeitsbedingungen sind", so der Realschüler.

 

 

Quelle: Tageszeitung "Die Glocke", 13.07.2013