Craemer Gruppe gibt vier Bienenvölkern ein grünes Zuhause

Fachgerechte Bienenstock-Aufstellung: Marion Domke, Imkerin, Wespen- und Hornissenberaterin (links), in Begleitung von Malte Aussieker, Umweltmanagementbeauftragter bei Craemer und Mitglied des Nachhaltigkeitsteams.

Mit Honigbienen für die Artenvielfalt

Honigbienenvölker unterstützen bei der Bestäubung von Pflanzen – und damit auch von Blumen, Obstbäumen oder Feldfrüchten. Am Stammwerk in Herzebrock-Clarholz hat die Craemer Gruppe, Spezialist für Metallumformung, Kunststoffverarbeitung, Werkzeugbau, seit Frühjahrsbeginn neue Untermieter: Vier Bienenvölker mit jeweils bis zu 50.000 fleißigen Honigbienen leben seit kurzem in einem Grünzug auf dem Betriebsgelände.

Albert Einstein warnte bereits Ende der 1940er Jahre davor, dass das Bienensterben und der Rückgang der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen für Mensch wie Tier dramatische Folgen haben würde. Die Ausrottung der Honigsammler würde nach wenigen Jahren das Ende der Menschheit nach sich ziehen, so seine Prognose. Geschäftsleitung und Belegschaft der Craemer GmbH wollen ein Zeichen setzen für das kleine, lebenswichtige Insekt, das durch Insektizide und andere (Pflanzenschutz-)Gifte, Monokulturen und zurückgehende Lebensräume, den Klimawandel, Krankheiten und Schädlinge zunehmend bedroht ist. Mitte März wurden auf einem weitgehend naturbelassenen Areal im Randbereich des Betriebsgeländes an der Brocker Straße 1 in Herzebrock-Clarholz vier Bienenstöcke aufgestellt. Viele fleißige Bestäuber werden künftig während der wärmeren Jahreszeit vom kleinen Firmenteich (Regenrückhaltebecken) aus in den nahen Wald oder über die Grünflächen schwärmen und Pollen sammeln.

Möglich macht das nachhaltige Projekt die Imkerin, Wespen- und Hornissenberaterin Marion Domke, die eine Familienimkerei in Wadersloh-Diestedde betreibt. Ihr Konzept für Mensch, Umwelt und Natur: Sie vermietet Bienenvölker an Unternehmen und Vereine inklusive Betreuung und individueller Honigproduktion. Craemer mietet die Bienenvölker für mehrere Jahre. Das Team der Imkerei sorgt für die fachgerechte Aufstellung der Bienenstöcke (in der Imkersprache ,,Bienenbeute“), die regelmäßige Betreuung und Pflege der Völker, das Verarbeiten und Abfüllen des Honigs und die Überwinterung der Insekten.

„Ein kleines Symbol der Nachhaltigkeit“

„Gerne beherbergen wir an unserem Standort mehrere Bienenvölker, wir sehen dieses Projekt als kleines Symbol der Nachhaltigkeit“, freut sich Craemer Geschäftsführer Siegbert Geldner, „die Craemeraner hier vor Ort sind schon gespannt auf die Untermieter – und natürlich auf den ersten eigenen Honig.“ Die Pollen für die nahrhafte Ernte werden die Craemer Bienen von ihrem abgeschirmten, geschützten Bereich süd-westlich der Metallumformungshallen aus in einem Radius von etwa drei Kilometern sammeln. „Mit dem Aufstellen der Bienenstöcke helfen wir der Natur direkt vor unserer Tür“, fügt Geldner hinzu, „laut Imkerin sorgt das für mehr Bestäubung und damit für mehr Vielfalt in unserer Umgebung.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort können nicht nur das „emsige Treiben“ verfolgen. Ab dem Herbst 2022 gibt es den ersten eigenen deutschen Craemer Honig in 250-Gramm-Gläsern.

Pioniere in der internationalen Craemer Gruppe sind sie damit aber nicht: Bei der britischen Tochtergesellschaft Craemer UK in Telford leben bereits zwei Bienenvölker. Ihr Standort ist das „Öko-Weg-Areal“, eine rund 6000 Quadratmeter große, naturbelassene Fläche auf dem Betriebsgelände von Werk I mit einem Teich und einem Erkundungspfad. Das erste Bienenvolk hielt im Februar 2018 Einzug, das zweite folgte 2020. Die Bienenvölker gehören ebenfalls einer Imkerin, die sie auf Wunsch der Craemer-UK-Belegschaft aufgestellt hat und betreut. Jetzt planen die britischen Kolleginnen und Kollegen eine weitere Ansiedlung von Bienenvölkern auf dem Gelände von Werk II. Ob sie parallel zur Kunststoffproduktion eine Honigproduktion aufbauen werden, ist derzeit ungewiss...